Neueinführung Plastikball

Neueinführung Plastikball und seine Folgen

Die Delegierten des 10. Bundestages des Deutschen Tischtennis-Bundes haben eine neue Wettspielordnung verabschiedet, die besagt, dass es erst ab 2019 eine einheitliche Pflicht für alle Tischtennisligen geben wird, mit Plastikbällen zu spielen. Ab dem 01.07.2019 darf demzufolge in allen Ligen und Tischtennisveranstaltungen kein Zelluloidball sondern nur noch der Plastikball eingesetzt werden.

In den Bundesspielklassen, die in diesem Fall auch die Regional- und Oberligen mit einschließen, gilt die Einführung des Plastikballs schon ab der Saison 2017/2018.

Das DTTB-Präsidium hatte einen Dringlichkeitsantrag zum verpflichtenden Einsatz von Plastikbällen eingereicht. Hintergrund ist vor allem der Hinweis der Tischtennismaterialhersteller, dass sie eventuell nicht mehr genügend Zelluloid-Bälle für einen flächendeckenden Einsatz zur Verfügung stellen können. Die Verbände standen dieser Auffassung gegenüber sehr skeptisch, da sie der Meinung waren, dass die Tischtennisvereine genügend Zelluloid-Ball-Vorräte angesammelt haben. Daher wurde der “Kompromiss” eingegangen und die Einführung der Bälle zeitlich unterteilt.

 

Welche positiven und negativen Auswirkungen hat die Einführung vom Plastikball?

 

1. Positive Faktoren Plastikball

  • Mittlerweile sehr gutes Sprungverhalten (konstanter, gleichmäßiger Absprung)
  • Mittlerweile sind die Bälle absolut rund (Anfangsmodelle haben beim Ausdrehen schlecht abgeschnitten)
  • Mittlerweile wurde der Preis gesenkt (Trotzdem teurer als der Zelluloid-Ball) Tischtennisball 40+
  • Gefahrenstoff Zelluloid wird nicht mehr verwendet
  • Für Rückschläger vorteilhaft, da Aufschläge entschärft werden (längere Ballwechsel zur Folge)

 

 

2. Negative Faktoren Plastikball

  • Schlechtere Halbarkeit
  • Teurer als der Zelluloid-Ball
  • Rotationsverlust (Bedingt durch Härte und Unelastizität)
  • Schlechter blechernder Sound (Beim Treffpunkt entsteht der typische “Kaputt-Sound” der Zelluloid-Bälle)
  • Sehr flacher Absprung beim Topspin
  • Große Unterschiede in den verschiedenen Bällen
  • Erhebliche Technikumstellung erforderlich
  • Für Aufschläger wird es schwieriger, direkte Punkte mit dem Aufschlag zu erzielen (Fehlender Spin/Schnitt)
  • Spieler müssen ihr Material umstellen
  • Materialspieler/Abwehrspieler werden ihrer Waffen stückweit beraubt

 

 

Fazit

Es ist schwer, ein abschließendes Urteil zum Plastikball zu fällen. Es gibt auf beiden Lagern gute und schlechte Faktoren. Für mich persönlich überwiegen eher die negativen Auswirkungen und ich sehe keinen wirklichen Vorteil für den Großteil der Tischtennisspieler. Für die Industrie vielleicht ein Segen, weil massenhaft neues Material gekauft wird, aber für den Tischtennisspieler doch eher ein schwieriges Thema. So einfach ist es nicht sein Spiel nach so einer langen Zeit des Zelluloid-Balls effizeint umzustellen. Aber der Tischtennissport wird auch dieses Thema überdauern. Ein großen Schaden wird der Sport dadurch wohl nicht nehmen. Trotzdem natürlich ein wichtiges, großes Thema, welches noch eine ganze Zeit lang diskutiert wird. Ich erinnere mich da aber auch noch an die damaligen Diskussionen und Umstellungen zur Vergrößerung des Tischtennisballs von 38 auf 40 mm. Auch diese Änderung wurde schlussendlich so angenommen und wir haben uns damit arrangiert. Und dieses sollten wir vielleicht auch in diesem Fall tun. Ich bin damit auch nicht wirklich zufrieden, aber geändert oder rückgängig gemacht wird die Entscheidung bestimmt nicht. Also lasst uns das Beste daraus machen und dem Plastikball eine Chance geben. Außerdem sind mit der Zeit ja auch schon Verbesserungen bei der Qualität des Balls festzustellen und die Forschung und Weiterentwicklung zur Optimierung des Balls läuft weiter.

 

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